Die Biber in Münchringen, Exkursion am 4. Mai 2018

Das Thema Biber stösst offenbar auf reges Interesse. So finden sich am 4. Mai etwa 45 Erwachsene und 10 Kinder aus Münchringen und umliegenden Dörfern ein, um „unseren Bibern“ näherzukommen. Zwar hat z. B. unser Vorstandsmitglied Regina schon oft Biber an der Urtenen in Münchringen gesehen, aber dass wir heute keinen sehen würden, ist uns klar, denn Biber sieht man praktisch nur abends, nachts oder morgens früh. Umso überraschter sind wir, als wir am Schluss der Biber-Exkursion in einem alten Zuber einen präparierten Biber aus dem Naturhistorischen Museum Bern bestaunen dürfen. Unser Vorstandsmitglied Willi hat uns diesen mitgebracht; Willi hatte während vielen Jahren die Entdeckerecke dieses Museums mitbetreut; von dort her kennt er Beatrice Baeriswyl. Sie arbeitet bei „Hallo Biber!“ bzw. der „Aktion Biber & Co.“ von Pro Natura, führt uns durch diese Exkursion und präsentiert uns eine Vielzahl von erstaunlichen Kenntnissen. Wussten Sie z.B.

- wie das Castoreum (Sekret aus den Duftdrüsen) der Biber riecht?
- wie gut die Biber mit ihren verschiedenen Körpermerkmalen wie verschliessbare Ohren, Fettdrüse, unglaublich dichtem Fell und Kralle zum Fell-Pflegen ihrem Lebensraum angepasst sind?
- dass die Biber den Fluss der Gewässer mit-regulieren und auch mal stauende Äste entfernen?
- dass ihr Vorhandensein andere Tierarten wie Insekten, Amphibien und Totholzbewohner fördert?
- dass die braun-orange Vorderseite der Nagezähne Eisen enthält, welches härter ist als das weisse Dentin, weshalb durch die unterschiedliche Abnutzung die Zähne scharf bleiben?
- dass Löcher im Boden im Uferbereich auf eine Biberhöhle hindeuten können? Biber und ihre Bauten sind geschützt; wenn man an letzteren Hand anlegen will, muss vorher der Wildhüter kontaktiert werden.
- dass es aufgrund des Revierverhaltens wohl nie eine „Biberplage“ geben kann? Ihre Zunahme verlangsamt sich schon und wird sich auf einem gewissen Niveau einpendeln. Trotzdem: Verursachen Biber Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen, müssen diese ab 200 Franken Summe entschädigt werden.
- dass Biber nicht Holz, sondern Rinde fressen, z. B. von der Weide, welche Salicylsäure enthält (wie z. B. im „Aspirin“), womit ihr Castoreum angereichert wird?
- dass die Biber früher bei uns heimisch waren, dann aber ausgerottet wurden, weil sie angeblich den Fischbestand reduzieren würden, und wegen dem Castoreum, ihrem Fell und ihrem Fleisch?

Wir sehen viele verschiedene Biberspuren, fällen „Rüebli-Bäume“ und dürfen Schädel, lange Nagezähne und ein Biber-Mama-Modell bestaunen. Am Schluss sind auch wir sehr stolz, dass in Münchringen Biber wohnen! Merci vielmals, Beatrice und Willi!

Text Anita Kaufmann, 13.5.2018; Fotos: Willi Werren und Anita Kaufmann

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